Remy Frank, pizzicato, 14.05.2020

Interessante Beethoven-Deutungen

In diesem reinen Beethoven-Programm mit drei schwergewichtigen Sonaten zeigt sich die koreanische Pianistin Jimin Oh-Havenith als subtile Gestalterin mit großem lyrischem Empfinden, der es zudem gelingt, ganz neue Töne anzuschlagen. Sie scheut zwar die Kontraste nicht, aber ihr Spiel ist nie streng, herb oder gar laut. Dazu kommen dann noch eine absolut brillante Technik, eine außergewöhnliche Klarheit des Anschlags und eine überzeugende Artikulation.

Das sensible Musikantentum der Pianistin kann man durchaus als feminin bezeichnen, aber auch die Spontaneität des Interpretierens und die Wärme durchaus persönlicher Ansichten prägen diese interessanten Deutungen.

Die Tonaufnahme ist von bestechender Klarheit, ideal räumlich und präsent zugleich.